Frozen Shoulder? Impingement? Wir bringen Bewegung zurück.

Eiszeit in der Schulter? - Behandlung bei Frozen Shoulder/ Impingement

Die Frozen Shoulder ist eine schubweise verlaufende Funktionsstörung des Schultergelenks, die mit zunehmender Bewegungseinschränkung und Schmerzen einhergeht.

Sie entsteht meist ohne klar erkennbare strukturelle Verletzung und verläuft in typischen Phasen.

Die Therapie richtet sich strikt nach dem Stadium und umfasst Schmerzmanagement, Mobilisation und später aktiven Bewegungsaufbau.

Der Verlauf ist langwierig, aber in den meisten Fällen vollständig reversibel

Was ist eine Frozen Shoulder / adhäsive Kapsulitis?

Die Frozen Shoulder (adhäsive Kapsulitis) ist eine phasenhaft verlaufende, entzündlich‑funktionelle Erkrankung der Schultergelenkkapsel, die zu einer zunehmenden Versteifung führt, jedoch meist eine gute Prognose hat. 

Typisch ist ein schleichender Beginn mit Bewegungsschmerz, der sich zunehmend in eine massive Bewegungseinschränkung ohne strukturelle Verletzung entwickelt. Die Ursache liegt in einer Entzündung und anschließenden Schrumpfung der Gelenkkapsel. 

 

 

Typische Phasen einer Frozen Shoulder

Die Frozen Shoulder ist eine selbstlimitierende Erkrankung mit charakteristischem Verlauf in drei Phasen. Jede Phase erfordert jeweils eigene Schwerpunkte in der Behandlung:

  1. Freezing Phase/Einfrieren: zunehmender Schmerz
  2. Frozen Phase/Gefroren: starke Bewegungseinschränkung
  3. Thawing Phase/Auftauen: langsame Wiederherstellung der Beweglichkeit 

 

1. Freezing-Phase (Entzündungs- und Schmerzphase)

Diese erste Phase beginnt schleichend mit zunehmenden Schulterschmerzen, insbesondere bei Bewegung oder in der Nacht. Die Schmerzen entstehen durch eine Entzündungsreaktion der Gelenkkapsel, die zu einer Reizung der Nervenfasern und beginnender Verklebung des Gewebes führt. In diesem Stadium ist die Beweglichkeit oft noch weitgehend erhalten, wird jedoch zunehmend schmerzhafter.


Physiotherapie in dieser Phase zielt darauf ab, durch gezielte, nicht reizende Mobilisationen sowie physikalische Maßnahmen (z.B. Wärme, Ultraschall oder Elektrotherapie) den Entzündungsreiz zu reduzieren, die Durchblutung zu fördern und den Stoffwechsel zu aktivieren, ohne das Gewebe zusätzlich zu belasten.

 

2. Frozen-Phase (Einsteifung und Bewegungseinschränkung)

In dieser Phase nehmen die Schulterschmerzen allmählich ab, jedoch wird die Bewegung der Schulter deutlich eingeschränkt. Die Gelenkkapsel ist nun verkürzt und verhärtet, was zu einem „mechanischen Block“ in alle Bewegungsrichtungen führt.

Die Physiotherapie konzentriert sich hier auf dosierte Mobilisationen, um die Struktur wieder zu dehnen und eine Überlastung zu vermeiden. Gleichzeitig werden sekundäre Schäden durch Immobilisation, wie Muskelabbau und Haltungsveränderungen, durch gezielte Übungen frühzeitig verhindert.

 

3. Thawing-Phase (Auftauphase und Wiedergewinnung der Beweglichkeit)

Hier verbessert sich die Beweglichkeit der Schulter wieder spürbar. Die Schulterschmerzen sind deutlich reduziert, die Kapsel beginnt sich zu lösen.

Die Physiotherapie zielt nun auf den aktiven funktionellen Wiederaufbau, also die gezielte Kräftigung und Koordination der Schulter, um dauerhafte Bewegungseinschränkungen zu vermeiden und den Patienten schrittweise zurück in den Alltag zu begleiten.

Symptome einer Frozen Shoulder

Typische Beschwerden sind:

  • starke verringerte Beweglichkeit
  • Schmerzen bei Druck (zum Beispiel drauf liegen)
  • eingeschränkte Alltagsbewegungen
  • Bewegungsabhängige Schmerzen
  • Herabgesetzte Belastbarkeit / Kraftlosigkeit

 

 

Ursachen der Frozen Shoulder

Stoffwechselerkrankungen und längere Immobilisation der Schulter erhöhen das Risiko für eine Frozen Shoulder deutlich.

Die Frozen Shoulder tritt bei etwa 2–5% der Bevölkerung auf, vor allem bei Menschen zwischen 40 und 60 Jahren und betrifft Frauen etwas häufiger als Männer.

 

Man unterscheidet zwei Formen:

  • Primäre Frozen Shoulder: Die Ursache ist unbekannt. Sie entsteht ohne klaren Auslöser, oft im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen, Stress oder Stoffwechselstörungen.
  • Sekundäre Frozen Shoulder: Tritt infolge anderer Erkrankungen oder Verletzungen auf – zum Beispiel nach Brüchen, Operationen, längerer Ruhigstellung (z.B. durch eine Armschlinge) oder bei aktiver Arthrose. Auch Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenunterfunktionen oder ein metabolisches Syndrom erhöhen das Risiko.

 

In beiden Formen ist eine Störung des lokalen Zellstoffwechsels ein zentraler Faktor: Durch die Minderdurchblutung und mangelnde Bewegung wird das Gewebe unterversorgt, was zu Verklebungen, Entzündungen und Schmerzen führt.

Die Physiotherapie setzt hier gezielt an: Wärmeanwendungen, manuelle TechnikenUltraschallElektrotherapieund bewegungsorientierte Maßnahmen fördern die Mikrozirkulation, bauen Stoffwechselendprodukte ab und unterstützen den Körper dabei, wieder in einen gesunden Zustand zurückzufinden – ganz ohne Überlastung.

Ablauf der Behandlung bei Frozen Shoulder und Impingement

Am Beginn jeder Behandlung steht eine umfassende Anamnese, in der nicht nur aktuelle Beschwerden, sondern auch die Vorgeschichte, beruflichen Belastungen, Schlafverhalten und Alltagsanforderungen der Patientinnen und Patienten einbezogen werden. Uns ist es wichtig, den Menschen als Ganzes zu verstehen, mit all seinen individuellen Voraussetzungen und Zielen.

Daran anschließend erfolgt eine strukturierte funktionelle Untersuchung:

  • Wir überprüfen das Bewegungsausmaß der Schulter sowohl aktiv als auch passiv und dokumentieren dieses systematisch, um den Verlauf transparent nachvollziehen zu können.
  • Über Krafttests, sowohl isometrisch als auch dynamisch, gewinnen wir ein genaues Bild über den Zustand einzelner Muskelgruppen, so können Rotatorenmanschettenverletzungen oder auch eine Frozen Shoulder besser eingegrenzt werden.
  • Wir beurteilen die Schmerzlokalisation und -qualität, führen funktionelle Alltagstests durch (z.B. das Greifen in den Nacken oder das Anziehen eines Mantels) und nutzen gezielte Mobilisationstests, um die Beweglichkeit der Gelenke genauer einzuordnen.
  • Wenn vorhanden, beziehen wir bildgebende Befunde (z.B. MRT oder Röntgen) mit ein auch wenn diese die funktionelle Einschätzung in der physiotherapeutischen Praxis nicht ersetzen können.

 

Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickeln wir einen individuellen Therapieplan, der folgende Schwerpunkte enthalten kann:

  • Kapselmobilisationen und spezielle Gelenktechniken, um eingeschränkte Strukturen gezielt zu lösen,
  • die Lösung myofaszialer Schutzspannungen, insbesondere im Bereich von Subscapularis, Pectoralis und Bizepssehne,
  • eine gezielte Haltungsschulung sowie Beratung zur Arbeitsplatzergonomie,
  • ein systematisches Krafttraining mit Hypertrophie-Fokus, abgestimmt auf die jeweilige Phase der Erkrankung,
  • und die Integration von Halswirbelsäule und Thorax, da deren Beweglichkeit einen erheblichen Einfluss auf die Schulterfunktion hat.

 

Durch diese ganzheitlich orientierte Herangehensweise innerhalb der Schulterschmerzen Physiotherapie schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige Verbesserung der Beschwerden bei Frozen Shoulder/ Rotatorenmanschettenverletzungen oder auch Impingement – individuell abgestimmt und fachlich fundiert.

 

Übungen bei Frozen Shoulder

Übungen bei Frozen Shoulder dienen der schrittweisen Wiederherstellung der Beweglichkeit und dürfen die Entzündungsphase nicht überreizen. Sie sind ein zentraler Bestandteil der Therapie, müssen jedoch stadiengerecht durchgeführt werden. Sie unterstützen dabei auch andere, nicht direkt beteiligte Strukturen, damit diese nicht unter der Bewegungseinschränkung leiden.

 

Geeignete Übungsformen:

  • Pendelübungen mit vornüber geneigtem Oberkörper (besonders in der Freezing‑Phase)
  • passive Mobilisationen im schmerzarmen Bereich
  • dosierte aktive Beweglichkeitsübungen
  • Aktivitätsübungen zur Steigerung der Stoffwechselrate im betroffenen Gewebe
  • später: Kräftigung der Rotatorenmanschette und Schulterblattmuskulatur

 

Nicht angepasstes Training kann den Verlauf verlängern und sollte vermieden werden.

Prognose und Behandlungsdauer für Frozen Shoulder Patient:innen

Bei einer Frozen Shoulder ist mit einem Behandlungszeitraum von 6 bis 12 Monaten zu rechnen.

Studien zeigen, dass die Kombination aus Physiotherapie und Training langfristig erfolgreicher ist als passive Therapien allein [13, 14].

 

Wann sollte eine Frozen Shoulder ärztlich abgeklärt werden?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn:

  • Schulterschmerzen länger als mehrere Wochen bestehen
  • die Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt wird
  • ausgeprägte nächtliche Ruheschmerzen auftreten
  • Beschwerden nach Trauma oder Operation auftreten
  • relevante Vorerkrankungen (z.B. Diabetes) vorliegen


Ziel ist der Ausschluss anderer Ursachen wie Rotatorenmanschettenläsionen oder Arthrose.

 

Fazit für die Therapie von Frozen Shoulder und Impingement

Frozen Shoulder ist eine funktionelle, phasenhafte Erkrankung, die konsequent phasenorientiert behandelt werden muss.

Schulterschmerzen sind komplex, aber fast immer therapierbar. Entscheidend ist das richtige Verständnis der Ursache, eine individuelle und aktive Therapie und die Bereitschaft zur Mitarbeit. Bei uns erhalten Sie genau das: fundierte Diagnostik, gezielte Therapie, realistische Planung.

Haben Sie Fragen oder möchten Sie sich beraten lassen? Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin bei uns.

Literaturverzeichnis

[1 AWMF-Leitlinie] AWMF-Leitlinie 033/052: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/033-052
[2 UpToDate] UpToDate
[3 Physiotutors] Physiotutors: https://www.physiotutors.com/frozen-shoulder-treatment
[4 BJSM] British Journal of Sports Medicine: https://bjsm.bmj.com/content/54/5/279
[5 JOSPT] JOSPT Clinical Practice Guidelines, 2022: https://www.jospt.org/
[6 PubMed 19841837] PubMed 19841837: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841837
[7 PubMed 33503234] PMID 33503234: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33503234
[8 PMC4827371] PMC4827371: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4827371
[9 PubMed 31227142] PMID 31227142: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31227142
[10 JOSPT] JOSPT 2023: https://www.jospt.org/
[11 PubMed 32434365] PMID 32434365: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32434365
[12 PubMed 34547191] PMID 34547191: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34547191
[13 Cochrane] Cochrane Database 2021: https://www.cochranelibrary.com/
[14 PubMed 34723412] PMID 34723412: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34723412/

 

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